Mittelgroße Pick-ups schneiden bei Seitenaufpralltests gut ab
Fast ein Viertel aller tödlichen Unfälle auf den Straßen der USA sind auf Seitenaufprall-Kollisionen zurückzuführen. Das IIHS hat seine Testverfahren für diese Art von Unfällen kürzlich überarbeitet, um die Realität der zunehmend von SUVs geprägten Straßen besser abzubilden. Ende vergangenen Jahres veröffentlichte das Institut die Ergebnisse seiner Tests der aktuellen Generation mittelgroßer Pick-ups. Fünf der sechs getesteten Modelle erhielten dabei die Bewertung „Gut“ oder „Akzeptabel“. Der Toyota Tacoma war das einzige Modell, das keine dieser Bewertungen erhielt und mit „Grenzwertig“ bewertet wurde. So schnitten die einzelnen Modelle ab.
Beim vorherigen Seitenaufpralltest des IIHS wurde eine 3.300 Kilogramm schwere Barriere mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h auf ein Testfahrzeug geschleudert. Nachdem das Institut festgestellt hatte, dass der Test die Kräfte realer Seitenaufprallunfälle nicht mehr ausreichend abbildete, wurde das Verfahren überarbeitet. Im neuen Test kommt nun eine deutlich größere, 4.200 Kilogramm schwere Barriere zum Einsatz, die besser die Größe der mittelgroßen SUVs repräsentieren soll, die auf unseren Straßen immer häufiger anzutreffen sind. Zudem wird die Barriere im neuen Test auf 60 km/h beschleunigt. Zusammen mit dem höheren Gewicht führt dies zu einer erheblich größeren Aufprallkraft.
Der Chevrolet Colorado, GMC Canyon und Honda Ridgeline erhielten beim Seitenaufpralltest jeweils die Bewertung „Gut“. Die Karosseriestrukturen dieser Fahrzeuge hielten dem Aufprall der Barriere recht gut stand, allerdings zeigten die Sensordaten bei allen drei Pick-ups ein mögliches Risiko für Beckenverletzungen. Der Nissan Frontier und der Ford Ranger erhielten die Bewertung „Akzeptabel“, wobei dies nicht auf Schwächen ihrer Karosseriestrukturen oder Sicherheitszellen zurückzuführen war. Tatsächlich hielt die Sicherheitszelle des Frontier den Aufprall von allen getesteten Fahrzeugen am besten stand. Leider kam es bei den Fondpassagieren sowohl im Frontier als auch im Ranger trotz vorhandener Kopfairbags zu einem Kontakt mit der C-Säule. Daher erhielten beide Fahrzeuge nur eine „Grenzwertige“ Bewertung beim Schutz des Kopfes der hinteren Insassen.
Die Karosseriestruktur und Sicherheitszelle des Toyota Tacoma hielten dem Aufprall nicht so gut stand wie die seiner Konkurrenten im Segment. Tatsächlich wurden der Türschweller und die B-Säule durch den Aufprall so stark verformt, dass die B-Säule nur noch wenige Zentimeter von der Mitte des Fahrersitzes entfernt war. Dies allein reichte aus, damit das IIHS den Tacoma mit „Grenzwertig“ bewertete, da die strukturelle Sicherheit einen erheblichen Einfluss auf die Gesamtbewertung des Instituts hat. Bemerkenswert ist jedoch, dass die Messdaten trotz der strukturellen Schwächen des Tacoma nur ein minimales Verletzungsrisiko zeigten.
Der Tacoma ist allerdings nicht das einzige Fahrzeug mit Problemen. Auch das Limousinen-Segment schnitt eher enttäuschend ab. Der Nissan Altima, Toyota Camry und Chevy Malibu erhielten im Seitenaufprall-Testzyklus 2022 allesamt schlechte Bewertungen. Hoffentlich werden die Automobilhersteller diese Sicherheitsprobleme künftig angehen – insbesondere angesichts der Tatsache, dass sie weiterhin SUVs in bisher nicht gekanntem Umfang auf den Markt bringen.